Brighton & Ich No.5 - Zuhause

⎜⎜⎜
 Hey!
Nach 5 Monaten darf man Heimweh haben. Auch Harry Potter und Gossip Girl helfen nicht immer. Die fest Umarmung von der Mama letzten Monat, die es nach sieben Tagen Heimatbesuch gab, spürt man schon lange nicht mehr. Wenn man nicht nachhause kann, dann muss man weg. Das Fernweh in sich wecken. Auch, wenn es nur ein Tagesausflug ist.
Alleine im Ozean auf nem Boot rumzuwackeln, erwacht in mir eher ein Gefühl von Panik, als von Freiheit. Aber oben auf einer Fähre irgendwo zwischen Portsmouth und Isle of Wight zu stehen, pustet ordentlich den Kopf durch. 

Trotzdem lösche ich meine Heimweh Notiz nicht. Ich veröffentliche sie. Nur, weil man etwas überstanden hat, wird es nicht nichtig. Emotionen nicht wichtig und echt. Sie sind nicht heftig, weil die Situation eben so war und man generell nicht gut drauf war, sondern, weil man sich einfach so gefühlt hat.






Ich hab zwei Zuhause und ein Kein-Zuhause.

Zuhause Nummer 1 befindet sich seit letztem August im Ländle. Ende Juli hab ich mich in Köln in den Zug gesetzt, einen wunderschönen Sommer in Deutschland verbracht. Der letzte Zug fuhr Ende August in den Stuttgarter Hauptbahnhof ein. Dort hab ich heulend meine Schwester in die Arme geschlossen und alles war gut.
Wir sind zu einem Haus in einer fremden Stadt gefahren, das ich nicht kannte, aber meine Eltern und meine Schwester sind dort eingezogen, also ist dieses Haus mein Zuhause, sofort!

Zuhause Nummer 2 ist kein genauer Ort. Natürlich meine Heimat, in der ich 18 Jahre lang gelebt hab, in der ich aufgewachsen bin, aber auch alles drum herum - dort wo Freunde und Familie leben.

Mein Kein-Zuhause ist hier. 
Ich liebe Brighton. Brighton ist die fantastischste Stadt, die ich bis jetzt erleben durfte. Und Brighton ist mit Sicherheit eine besondere Stadt für mich, vielleicht ein bisschen Zuhause. Aber das Städtchen in das Haus mit meinem Bett steht, ist nichts. Das Netteste, dass ich mittlerweile über meine Gast"eltern" sagen kann, ist, dass sie mir ja nichts Böses tun. Da ist nichts und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie laut dieses Nichts sein kann. 

Ein Zuhause ist nicht hübsch. Oder sogar fancy. Ein Zuhause umarmt dich und hält dich fest.

Liebe Grüße Katrin

Kommentare:

  1. Oh das mit dem Heimweh kenne ich nur zu gut. Als ich mit dem Studium angefangen habe, ging es mir vor allem in der ersten Zeit auch so, weil ich auch mit Potsdam nur so richtig langsam im Schnecken-Zeitlupen-Tempo warm geworden bin. Jetzt kann ich aber mittlerweile sagen, dass ich zwei zu Hause habe, die ich beide sehr mag. Aber im Gegensatz zu dir kann ich auch mal schnell innerhalb von ein bis zwei Stunden in der Heimat vorbeischauen - von daher habe ich mich auch nachher gut einleben können. Auch wenn es ein etwas längerer Prozess war. Schön, dass du auch über solche Gefühle schreibst.
    Liebe Grüße, Chrissie.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. dankeschön!
      ja Prozess ich wirklich das richtige Wort und es hängt eben soo sehr vom Umfeld ab - wahrscheinlich würde ich von einem Zuhause reden, hätte ich alleine gelebt, ich hab dieses Gefühl vor allem, weil meine Gastfamilie für mich nicht ansatzweise eine Familie ist..

      Löschen
  2. Dass deine Gastfamilie nicht so toll war, macht sicherlich sehr viel aus. Mir ging es ähnlich, als ich – noch zu Schulzeiten – für ein paar Wochen in den USA war. Ich hatte schreckliches Heimweh, vor allem, weil ich mich bei der Familie nicht wohl gefühlt habe. Auch wenn sie keinesfalls "böse" oder ähnliches zu mir waren, sie konnten mir einfach kein gutes Gefühl geben. Ganz anders war das während meines Aufenthalts in Moskau, da wurde ich so herzlich in die Familie integriert, dass ich einfach nur glücklich war – von Heimweh keine Spur. Aber auch heute habe ich immer wieder Heimweh nach meiner Heimatstadt Freiburg, auch nach dreieinhalb Jahren in Hamburg. Und das Verrückte dabei: Wenn ich zu Besuch daheim bin, vermisse ich Hamburg. :) Ist auch so ein "zwischen-den-Welten-Stehen".

    Schöne Worte und bezaubernde Bilder, das wollte ich noch sagen. :)

    Liebe Grüße,
    Sara

    www.saritschka.com

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ja genau! die sind einfach so.. aus meiner Sicht gibt es in Sachen Charakter Optimierungsmöglichkeiten, aber das ist einfach so :) Moskau klingt ja sehr spannend! ich glaub "integrieren" ist da das Schlüsselwort..
      kann ich sehr gut nachvollziehen! ich hab immer gedacht, dass das Ausziehen gar kein Problem wird, aber jetzt freu ich mich auf mein Zuhause sehr und kann mir vorstellen, erstmal nochmal einzuziehen.. und mir geht das Herz auf, wenn es in meine Heimatstadt zu Freunden & Familie geht!

      vielen Dank! für das Kompliment und dass du deine Erfahrungen hier gelassen hast!

      Löschen

KEINE BELEIDIGUNGEN UND ANFRAGEN ZUM THEMA GEGENSEITIGES VERFOLGEN!
SONST FREUE ICH MICH ÜBER JEDEN KOMMENTAR, DANKE :-)